Weinprobe 2018

Zünftiges Gipfeltreffen zur Jubiläumsweinprobe

Freigabe des Höngger Zunftweins Jahrgang 2016 ohne Wenn und Aber

Mit der 20. Jubiläumsweinprobe der Zunft Höngg wurde der neu gestaltete Fasskeller der Firma Zweifel 1898 eingeweiht. Genau 100 Zünfter und ihre Gäste verkosteten den Zunftwein Jahrgang 2016 und viele exklusive Tropfen aus aller Welt.

Die Mitglieder und die Gäste der Zunft Höngg bei der Besammlung zur Weinprobe.

420 Kilo. 100 Öchslegrade. Der Zunftwein 2016 konnte an der traditionellen Weinprobe der Zunft Höngg vom Zunftmeister Daniel Fontolliet freigegeben werden. Dies, obwohl sich seine Ehrengäste gegenüber dem Tropfen vom Klingen mit einem Augenzwinkern reserviert gezeigt hatten: Till Gontersweiler, Zunftmeister der Hard, sprach von einem „Zweitwein“ und Andreas R. Bihrer, Zunftmeister der Zunft Witikon, hielt ihn lediglich für „besser als erwartet“.

Allerdings hatte vor der durchzogenen Meinungsäusserung der Ehrengäste der Sprecher der zunfteigenen Rebbaugruppe, Alt-Zunftmeister Fritz Meier, weise vorgesorgt. Bei seiner Präsentation des aktuellen Jahrgangs erinnerte er die versammelten Höngger Zünfter und ihre Gäste unter anderem an das „önologische Klumpenrisiko“ der zunftmeisterlichen Jury und die Willkür des Schicksals. Es bleibt dahingestellt, ob der Wein oder der vom Sprecher sanft aufgebaute Gruppendruck den Höngger Zunftmeister überzeugten. Jedenfalls liess dieser sich von seinen Ehrengästen nicht verunsichern und erteilte die Freigabe ohne irgendeine Einschränkung. Anschliessend oblag es den Anwesenden, den Zunftwein Jahrgang 2016 selber zu verkosten und sich von der Urteilskraft des Höngger Zunftmeisters zu überzeugen.

Und tatsächlich: Die Rebbaugruppe und Kellermeister Urs Zweifel bereiten dank grossem Einsatz und viel Fachkompetenz auch mit der neuesten Schöpfung runde Gaumenfreuden. Runde Zahlen zogen sich denn wie ein roter Faden durch den Abend: Genau 100 Personen wohnten am 15. Juni der 20. Weinprobe bei, die als erste Veranstaltung überhaupt im neu gestalteten Fasskeller der Firma Zweifel 1898 stattfand. Die dem Firmennamen neuerdings beigestellten Zahlen „1898“ erinnern an die heuer 120jährige Geschichte der einzigen stadtzürcher Weinkellerei, die als Mostereibetrieb begonnen hatte und 1958, also vor exakt 60 Jahren, die bekannten Chips hervorbrachte.

Das zeitliche Zusammenfallen dieser kleinen Jubiläen war Walter Zweifel, Statthalter der Zunft Höngg und Delegierter des Verwaltungsrates der Zweifel Weine und Getränke AG, Grund genug, für die Jubiläumsweinprobe seine Schatzkiste zu öffnen und die Anwesenden auf eine Weinweltreise zu entführen. Zur Blinddegustation gab es eine exklusive Auswahl edler weisser und roter Tropfen aus Europa, Nord- und Südamerika sowie Australien. Mit seinen persönlichen Geschichten zu jedem einzelnen der kredenzten Weine vermittelte Walter Zweifel nicht nur einen emotionalen Bezug. Vielmehr zeigte er eindrücklich auf, wie die sogenannte Neue Welt weinbautechnisch gesehen so neu gar nicht mehr ist und wie sich im Weinbau überlieferte Tradition und zukunftsgerichtete Innovation auf faszinierende Weise verbinden.

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Markus Spalinger (Fotos)

Markus Spalinger (Fotos)

Michael Stäheli (Text)